Montag, 12. Dezember 2022

 Ich hasse mein Leben. Ich hasse mein Leben abgrundtief. Und gleichzeitig ist dieser Hass wie ein Treibstoff der mich antreibt. Und gleichzeitig liebe ich das Leben sehr. 

Es ist eben wie es ist. Ich habe keinen Platz mehr. Kein Zuhause. Ja, ich bin sehr dankbar, dass ich Orte habe, warm und trocken, und alles was ich brauche. Ich bin nicht obdachlos. Aber ein zuhause habe ich trotzdem nicht. Meine Seele weiss nicht mehr wo sie zuhause ist. 

Sie möchte ein neues Zuhause finden. In der Nähe von meiner Schwester. Wo ich mich wohlfühlen kann, so wie hier in meinem Nest in Berlin. Das ist meins. Hier habe ich meine Ruhe. 

Aber es ist eben so wie es ist, ich muss nochmal von vorn anfangen. Mich neu erfinden. Ein Zuhause finden, Frieden finden so gut es geht mit dem Desaster. Mit dem Schmerz. Mit dem Vermissen. Es ist eben so dass ich sie vermisse, dass ich täglich an sie denke, dass ich sie sehe so wie sie war. Beweglich, ihr Lächeln, ihr gestresst sein, ihr Lachen, ihr kleines ängstliches, zärtliches, flatterndes Herz. 

Ich kann sie nicht alleine lassen. Ich kann nicht irgendwo mein Leben leben, und es mir gut gehen lassen. Sie ist meine Schwester. Das bedeutet etwas. Sie war schon immer die Nummer 1 in meinem Leben. Die unausgesprochene Königin meines Herzens. Wie schnulzig. Ich hab zuviele schlecht sinkronisierte Filme gesehn. 

Aber so ist es. Auch wenn ich Frankfurt langweilig finde. Und nicht dort wohnen will, und keinen Ort habe an dem ich mich wohl fühle wie hier. .. So ist es. Und es geht nicht um mich. Es geht darum für sie da zu sein. Und dafür muss ich mir ein schönes Leben in Frankfurt aufbauen. Am besten wäre eine 1 Zimmer Wohnung. Aber das ist unbezahlbar in Frankfurt. Naja. Irgendwas wird schon klappen. .. 

Und solange ich kein schönes Zuhause habe, muss ich mir innerlich mein schönes Zuhause sein. 

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