Donnerstag, 23. Dezember 2021

 Was für ein komisches Weihnachten. Das erste mal bin ich wirklich ganz allein an Weihnachten. Ist ja eigentlich eine ganz gute Chronik. Und so schade es ist, krank zu sein, und niemand zu sehen und gemeinsam zu essen, plaudern und Geschenke auszutauschen, geniesse ich im Moment am Abend vor dem 24. Dezember 2021 die Stille. Mein Nachbar ist endlich weg. Und so ist es wieder sehr ruhig hier. Draussen liegt sogar Schnee. :) 

Ich schaue die ganze Zeit Weihnachtsfilme, die seichten, in denen alles ein gutes Ende nimmt, und die Menschen nett und liebevoll zueinander sind. Das tut mir gut, meine Art Weihnachten zu feiern. 

Natürlich hätte ich lieber echte Menschen um mich herum, die mich gerne haben, und mit mir Zeit verbringen wollen. Mein Bruder hat mich eingeladen, und Elke auch. Wäre ich nicht krank, wäre ich jetzt in Frankfurt. Mein Ticket war für heute morgen gebucht. Aber ich bin wirklich sehr krank. Schon wieder. 

Halsentzündung de luxe. Müde, Schwach, Kaputt halt.. 

Die Ruhe in mir kommt daher, dass ich nun keine Wahl mehr habe. Und auch keine Schuld.. Die Krankheit hat sie mir genommen. 

Somit kann ich mich entspannt zurücklehnen, und abwarten, dass ich wieder gesunde. Viel frisches Obst und Gemüse, Tee und heisse Milch mit Honig ! Und liebevolle Filme schauen, oder entspannende Meditationen anhören. Es ist irgendwie so eine ruhige Zeit an Weihnachten und zwischen den Jahren insgesamt. Manche nennen sie Rauhnächte, in denen besondere Magie möglich ist, manche feiern die Geburt von einem heilenden liebevollen Mann.. und manche entspannen einfach, weil die Welt vielerorts etwas langsamer macht zwischen den Jahren. 

Der Schmerz ist nachts etwas unerträglich. im Hals. Ich habe Lust zu beten. Zum Universum, zu übersinnlichen Kräften.. etc.. um Hilfe zu bitten, um Licht zu bitten, und Unterstützung für mich und meine Schwester, und meinen Bruder, und meine Mutter. Und alle die sie benötigen. Um mehr Verbindung, liebevolle und grosszügige Verbindung zwischen den Menschen. 

Noch nie in meinem Leben war ich so viel ungewollt alleine, und lange Zeit war ich nun wütend und enttäuscht von den Leuten, von denen ich mich im Stich gelassen gefühlt habe. Von denen ich gehofft hatte sie wären mehr an mir interessiert, und sie wären auch eine größere Unterstützung. 

Aber nun bin ich nicht mehr wütend, oder verärgert. Ich kann es annehmen ohne es zu bewerten, ohne es verstehen zu wollen, ohne dass es mich minderwertig fühlen lässt. Wahrscheinlich weil ich gerade im Moment schaffe für mich selbst zu sorgen, obwohl ich so krank bin. Halbwegs.. ;)

Rechnungen bezahlen, einkaufen, gesund essen und trinken, Medikamente, Freunde anrufen, Familie sehen, (auf skype).. 

All das was mich mental gesund hält und davor bewahrt draussen auf der Strasse zu landen, wie so viele junge und alte Leute die ich draussen gleich vor meiner Tür schon schlafen sehe, und mich frage wie sie das schaffen in dieser Kälte draussen zu leben. Ich hasse es, das wir es nicht schaffen einander aufzufangen, und das es möglich ist, das Menschen draussen schlafen, wohnen, leben/ überleben müssen. 

Ich möchte in einer anderen Welt leben, und ich möchte die Hoffnung und das Wünschen zumindest nicht verlernen, und nicht aufgeben. Wenn ich wieder gesund bin, kann ich etwas tun für die Menschen die wohnungslos sind. Und viele andere tun schon was, zum Glück. Der Staat tut nicht genug. Aber Kapitalismus ist eben nicht an Menschen interessiert. 

Merry pegan Christmas everyone. Love and Light ***