Nach langer Zeit der Entspannung bin ich nun wieder traurig, ängstlich und fassungslos.. schade. Der Tot holt mich immer wieder ein..
Alles wund, verwundet, liegt sie da, lieg ich da.. ich kann sprechen, sie nicht. Ich kann mich bewegen, sie nicht. ich spüre ihren Schmerz, ihren Überdruss, ihr weg sein wollen, ihr sterben wollen. Und keine kann es hören, denn sie spricht nicht.
Sie kann es nicht. Ich kann sprechen und schreiben, und doch fühle ich mich sprachlos.. angesichts dessen.
Erdrutsche gibt es nicht mehr, aber Schwindel und Angst. Gefühle der Enge, und des Gefangen sein.. im eigenen engen Leben. Ausweglosigkeit.. Angst Angst Angst.
Ich stelle mir mein Leben vor, dass es so weiter geht. Und nur ich runzeliger und gekrümmter werde, schwächer, .. immer weiter unglücklich und verwirrt. Allein. Sinnlos. Verkümmert um zu überleben.
Es macht mir Angst. Ja. Und ich will fliehen davor. Aber wohin. Ich habe keinen Fluchtpunkt mehr. Der ist verschwunden. Es gibt kein Entrinnen. Nur für kurze Momente kann ich wegtauchen, in die Musik eintauchen, in gute Erinnerungen. In die Stille wenn sie mir mal geschenkt wird.
Es gibt kein Zuhause mehr. Zuhause ist da wo ein Bett ist, wo es sauber ist und gut riecht, wo ich kochen kann, es gutes essen gibt. Wo ich bin. Da ist zuhause. Ich bin verloren in dem verloren sein. Zwischen den Welten, hab jegliches stabiles Zuhause verloren. Bin auf der Suche nach einem schönen neuen Zuhause. Aber kann auch jetzt nicht suchen. Laufe im Kreis um mich selbst herum. Um mich abzulenken von dem Verzweifelt sein. Will nicht mehr traurig sein. Will nicht mehr weinen. Mich nicht mehr verletzbar zeigen. Will nichts mehr fühlen. manchmal klappt das. Manchmal bricht es unkontrolliert aus mir heraus, das Fühlen, meist in Form von Wut, Ungeduld, Ärger.. Traurige Tränen die mich schütteln, die etwas aus mir heraus schütteln.
draussen ist der dunkle graue Berliner Winter. Kein Mensch will hier sein.. Nur verkriechen kann ich mich vor dem grau, vor der Dunkelheit. Was mach ich hier bloss? Immer wieder. Berlin ist nichts für mich. Berlin ist nichts mehr für mich. War. Zuhause. Ist es nicht mehr. Nun ist es Qual. Langeweile, Frust, Verzweiflung, Mitleid, .. ein Haufen Sch...
Über mir in der Wohnung ein Haufen Sch.. ein Haufen junger Menschen, die nur sich selbst geil finden, und alles um sie her nicht wichtig. Nicht schlafen kann ich wegen ihnen.. Arschgeigen.
Draussen viele obdachlose Menschen, verzweifelt.. müde, allein, kalt und grau..
neben den ganzen reichen Gewinnern des Kapitalismus, in ihren schicken Mäntelchen, mit ihren teuren Smartphones, und ihren wichtigen Gesprächen.. und ihren wichtigen Leben.. und ihrem dummen Gehirn...
Und ich.. ? Will nicht mehr. Sein. Keine von euch. Keine von mir. Nur Wald um mich. Und Stille.
Wie komm ich dahin? Komm ich dahin? Muss ich meinen Nachbarn töten? Muss ich mich töten? Muss ich überhaupt leben?
Und wer giesst dann meine Pflanzen? Und wer füttert meinen Ofen im Winter? Und wer, und wer, und wer? Wer bringt meinen Nachbarn zum schweigen, wenn nicht ich ..
Und wer hält die Welt am sich drehen? Und wer schaut dumme Filme mit dummen Menschen, und wer hält die Schnauze? Und wer lässt mich endlich in Ruhe. Und wen vergesse ich endlich? Und wann kann ich wieder atmen? und ich sein? Und wer lässt endlich los? und ab wann höre ich die Scheiss-geräusche von meinem Scheiss-Nachbarn nicht mehr?
Und wer stopt mein Drama, mein Selbstmitleid.. mein .. sumpfen?
Und wieso bin ich hier? Und wieso geh ich nicht? Und wohin geh ich? Und wann? Und was will ich?
Weiss ich doch. Weiss ich doch schon längst. Und ich bring ihn um, wenn er mich heute Nacht auch wach hält !